Symposium 2020

 

Symposium 2020 -- AUSGEBUCHT --

 

Der Stauferkaiser
Friedrich I. Barbarossa
Leben und Wirken 1122 – 1190

Wissenschaftliches Symposium
des Geschichtsvereins Salzgitter e.V.,
des Fördervereins Burg Lichtenberg e.V. und
des Fachdienstes Kultur der Stadt Salzgitter
am Samstag, 29. Februar 2020

 

9.15 Uhr
Begrüßung

Dr. Jörg LEUSCHNER – Geschichtsverein Salzgitter e. V.
Sigrid LUX – Förderverein Burg Lichtenberg e. V.


Grußwort
Vertreter der Stadt Salzgitter


9.45 Uhr
Professor Dr. Caspar EHLERS

„Staufische Reichsgeschichte und sächsische Landesgeschichte: Die Staufer im Raum zwischen Goslar und Magdeburg“.
Der Harzraum sowie das im Norden angrenzende Gebiet bis hin zur Elbe waren in der Stauferzeit zentrale Landschaften nicht zuletzt wegen der hohen wirtschaftlichen Bedeutung. Die ottonisch-salische Tradition der vorausgegangenen zweihundert Jahre hatte darüber hinaus eine königliche Infrastruktur entstehen lassen, die sich die Staufer erst aneignen mussten. Nicht zuletzt der Bruch zwischen Friedrich I. und Heinrich dem Löwen erschütterte das Gefüge dieser Landschaft und führte 1180 zur Entstehung eines sächsischen Herzogtums ohne Westfalen. Der Vortrag wird anhand einiger Schlaglichter dieser Entwicklung nachspüren.

 

10.25 Uhr
Professor Dr. Gerd ALTHOFF

„Friedrich Barbarossa und sein Umgang mit Widerständen“
Hochmittelalterliche Herrscher waren auf den Konsens der Eliten angewiesen. Dies setzte herrscherlicher Willkür deutliche Grenzen. Es bedeutete aber nicht, dass ihnen nicht Mittel und Wege zur Verfügung standen, die Willensbildung ihrer Getreuen stark zu beeinflussen. In zeitgenössischen Quellen finden sich zahlreiche Hinweise, dass gerade Friedrich Barbarossa diese Mittel virtuos zu nutzen verstand, um seine Interessen durchzusetzen. Der Vortrag thematisiert das Verhalten des Staufers bei Dissens und im Konflikt und macht so auf schwer fassbare Facetten herrscherlicher Praktiken aufmerksam

 

11.10 Uhr - 11.25 Uhr
Kaffeepause

 

11.25 Uhr
Professor Dr. Matthias SPRINGER

„Die Bistümer Halberstadt und Hildesheim in der Regierungszeit von Friedrich I. Barbarossa (1152-1190)“
Während des Mittelalters erstreckte sich vom Kamm des Harzes nach Norden über 100 Kilometer das Gebiet der Bistümer Hildesheim und Halberstadt. Außerdem umfasste der Halberstädter Sprengel den südöstlichen Teil des Gebirges und sein Vorland. Die Geschichte der beiden geistlichen Amtsbereiche ist also für unseren Untersuchungsraum von großer Bedeutung. Die Aussage gilt auch und gerade für die Regierungszeit Friedrich Barbarossas, unter anderem – aber nicht allein – deswegen, weil das betreffende Gebiet bei der Auseinandersetzung des Kaisers mit Heinrich dem Löwen von wesentlicher Bedeutung war.


12.05 Uhr
Dr. Jörg LEUSCHNER

„Klöster/Stifte – Fundamente herrscherlicher Macht in der Regierungszeit von Friedrich I. Barbarossa im Harzraum und nördlichen Vorharzland (unter besonderer Beachtung der Klöster Walkenried und Neuwerk)“
Seit der Entstehung des Deutschen Reichs im 10. Jahrhundert spielten die Klöster/Stifte eine wichtige Rolle in politischer, kirchlicher, aber vor allem auch wirtschaftlicher Hinsicht, auch während der Regierungszeit von Friedrich I. Barbarossa im 12. Jahrhundert: Gandersheim, Pöhlde, Ringelheim, Steterburg, Walkenried, Neuwerk u.a. Der Schwerpunkt ihrer Bedeutung lag im 12. Jahrhundert im Bereich der Montanwirtschaft, sie schlossen Gruben auf, legten Hütten an und vermarkteten die Metalle und bauten die für die Montanwirtschaft notwendige Infrastruktur auf und aus (u.a. Teiche, Wassergräben, Wege).


12.35 Uhr
Professor Dr. Gerd BIEGEL

„Macht und Glaube“ – Friedrich I. Barbarossa und die „Feinde Christi“
Nach der Schlacht bei Hattin am 4. Juli 1187 und dem Fall von Akkon war Barbarossa bereit und „unter größtem Jubel, Lobgesängen und Freudentänzen gedrängt“, das Kreuz aus der Hand von Bischof Gottfried von Würzburg zu nehmen und sich dem Dritten Kreuzzug anzuschließen. Im Vorfeld fanden zeitgleich intensive Kontakte mit Sultan Saladin statt. Bereits 1173 waren solche diplomatische Kontakte durch gegenseitige Gesandtschaften realisiert worden und zeitweise war ein Freundschaftsbündnis mit Saladin entstanden, das aber mit der Eroberung Jerusalems sein jähes Ende fand. Der Sultan als offener Feind der Christenheit konnte nicht mehr Freund des Kaisers sein. Christentum und Islam, begegneten sie sich auf Augenhöhe und waren letztlich der religiöse Gegensatz oder die militärische Machtkonfrontation der wahre Grund zur wachsenden Feindschaft?


13.15 Uhr - 14.00 Uhr
Mittagspause

 

14.00 Uhr
Professor Dr. Sebastian STEINBACH

„FRIDERICUS IMPERATOR – Münzprägung und Geldwirtschaft in der Stauferzeit“
Aus wirtschaftshistorischer Perspektive gilt das Hochmittelalter als eine Zeit bedeutender demographischer, wirtschaftlicher und sozialer Wandlungen, die mit Begriffen wie Ministerialität, Kommerzialisierung oder Landesausbau in der Forschung verbunden sind. Auch in der Münzprägung und Geldwirtschaft wurden in der Stauferzeit entscheidende Weichen für die geldhistorische Entwicklung des Reiches gestellt, die bis in die Neuzeit im wahrsten Sinne des Wortes „prägend“ bleiben sollten. Darüber hinaus sind viele Münzen dieser Zeit von einer herausragenden künstlerischen Qualität und repräsentieren in Ihren Bildern den Machtanspruch der ausgebenden Institutionen Königtum, Adel und Klerus. Der Vortrag verfolgt anhand zahlreicher Karten und Abbildungen die wesentlichen münz- und geldgeschichtlichen Entwicklungen im 12./13. Jahrhundert und diskutiert diese vor dem Hintergrund der Wirtschaftsgeschichte in der Stauferzeit.

 

14.40 Uhr
Dr. Barbara KLÖSSEL-LUCKHARDT

„…de tuo arbitrio ordinasti – nach deinem Ermessen geregelt“ Zum Verhältnis von Auftraggeber und Künstler am Beispiel der Siegel Friedrich I. Barbarossas Über die Anfertigung der Siegel Friedrich Barbarossas als König und Kaiser wissen wir durch Schriftquellen außergewöhnlich detailliert Bescheid. Der herrscherliche Auftrag ging an den berühmten Abt Wibald von Stablo. Hier soll ein besonderer Blick auf das Verhältnis von imperialer Bildtradition und künstlerischer Innovation gerichtet werden.

 

15.10 Uhr - 15.25 Uhr
Kaffeepause


15.25 Uhr
Dr. Michael GESCHWINDE
„Archäologische Spuren der Stauferzeit im Braunschweiger Land“ Obwohl das Braunschweiger Land natürlich vor allem mit den historischen Feinden der Staufer, den Welfen, in Verbindung gebracht wird, finden sich natürlich auch hier Bauformen und Bauweisen, die gern für diese in Anspruch genommen werden. Keine Frage: Zur Darstellung ihrer Macht und zur Durchsetzung ihrer politischen Ansprüche griff en alle Parteien des 12. und 13. Jahrhunderts auf das zeitgenössische architektonische Repertoire zurück, häufi g modifi ziert und zumeist erweitert um den Aspekt imperialen  Anspruchs. Die archäologische Spurensuche führt zu den Höhenburgen wie Asseburg und Lichtenberg ebenso wie zu den Orten herrschaftlichen Aufenthalts in Goslar und Braunschweig.

 

15.55 Uhr
Dr. Annette von BÖTTICHER

„Barbarossas Trauerspiel – Entstehung und Rezeption eines Dramas von Christian Dietrich Grabbe“ Christian Dietrich Grabbe (1801-1836) gilt als „einer der genialsten und tragischsten deutschen Dramatiker“. Seine 1829 entstandene Tragödie „Barbarossa“ kam erst lange nach seinem Tod insgesamt nur fünfmal zur Auff ührung. Gedacht war sie – nach dem Vorbild Shakespeares, der in seinen „Historien“ die englische Geschichte vom 13. bis zum 16. Jahrhundert auf die Bühne gebracht hatte, als Auftakt zu einem „Cyklus von Tragödien“ über die Hohenstaufen. Der Vortrag widmet sich der Entstehung und Rezeption dieses Dramas sowie einem in diesem Zusammenhang von Grabbe verfassten Barbarossa-Gedicht.


16.30 Uhr
Dr. Jörg LEUSCHNER

Zusammenfassung und Schlussworte

 

Die Vorträge sind kostenfrei.
Kleine Änderungen im Programmablauf sind möglich. In der Mittagspause bieten wir einen Imbiss an. Bitte geben Sie bei der Anmeldung an, ob Sie teilnehmen möchten (Preis 6,00 €).


Kontakt: Telefon 05341/839-2127
www.Geschichtsverein-Salzgitter.de

 

Anmeldung
schriftlich an den Geschichtsverein Salzgitter
e.V., Stadtarchiv, Nord-Süd-Str. 155, 38259
Salzgitter, per Fax an 05341/839-2111, per
E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Anmeldungen bitte bis zum 26.2.2020

Die Veranstaltung ist -- AUSGEBUCHT --

 

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